Im Jahr 1888 hat Josef Ertl das "Schneidermann" Anwesen in Ammersdorf bei Johanneskirchen gekauft. Bereits am 17.Oktober 1889 wurde der Bauernhof Ofen (jetzt Gemeinde Falkenberg) gekauft. Das Anwesen in Ammersdorf war zu hügelig und unhandlich zu bearbeiten. Wenige Tage nach der Geburt von Josef, seine Schwester Franziska war 1 1/2 Jahre, fand der Umzug von Ammersdorf nach Ofen statt. Hausstand und Habseligkeiten "Kind und Kegel" wurden auf den Bauernwagen gepackt, wahrscheinlich gezogen durch ein Paar Kühe, neben dem Gespann gehend, kamen sie das Sulzbachtal herauf nach Kleinmünchen. "Als wir aus dem Holz kamen" (Straße von Drahtholzen), "das ist es", Maria sah den Hof zu diesem Zeitpunkt das erste Mal. Eine Besichtigung vorher wäre zu beschwerlich für die zuvor hochschwangere Frau gewesen. Es war nun November, der Hof, die Scheune und die Speisekammer waren leer, "kein Stäubchen in der Mehltruhe" man musst nun sehen wie man durch Winter kommt. Eineinhalb Jahre später - neu gewebte Leinentüchern waren zur Bleiche ausgelegt und zwar nahe der Wassergrube damit sie immer wieder befeuchtet werden konnten. Der kleine Josef hatte Spaß dabei Barfuß über die Tücher zu laufen. Aber am 6. August 1891 in einem unbeaufsichtigtem Moment stürzte der kleine Bub in die Grube und ertrank.
Vater Josef erholte sich nie von dieser Tragödie und wurde in der Folgezeit zusehends schwermütiger. Maria aber gebar zwei Wochen später bereits wieder einen Sohn der wiederum Josef getauft wurde.
Aber auch dieses Kind verstarb im Januar 1892 an Scharlach. Obwohl im November 1892 Maria (meine Grußmutter) geboren wurde und sich die wirtschaftlichen Verhältnisse aussichtsreich stabilisiert hatten, beendet Josef sein Leben durch erhängen am 9. Mai 1893 in der Schlafstube im 1. Stock des Bauernhauses. Der Hof war immer noch verschuldet, weil die Gläubiger kein Zutrauen in die Witwe mit zwei kleinen Mädchen hatten, ließen sie den Hof folglich versteigern. Auch damals gab es bereit einen unantastbaren, unpfändbaren Teil, nämlich das "Pflichtteil" der Kinder. So wurde der Hof Ofen Nr. 34 aufgeteilt, der kleinere Anteil mit ca. 15 Tagwerk wurde Besitzt der beiden Töchter Franziska und Maria Ertl. Die nicht müde werdende Kämpferin Mutter Maria Ertl sen. errichtete noch vor der Jahrhundertwende das Anwesen Ofen 34 1/2 (meine Geburts- und Elternhaus).